Gott und Kirche ist nicht dasselbe

Glaubst Du an Gott? Wenn man diese Frage gestellt bekommt, dann werden einige sofort ja, andere sofort nein sagen und wieder andere ‘mal überlegen müssen.

Wenn man fragt, ob man regelmäßig in die Kirche geht, dann wird eher die ältere Generation regelmäßig im Haus Gottes präsent sein.

Wenn jemand an die Musik von Lady Gaga „glaubt“, dann kauft er wahrscheinlich ihre CDs oder MP3s und geht eventuell zu ihren Konzerten.

An Gott zu glauben bedeutet nicht, im Gegenteil zu einem momentanen Star, die Bücher Gottes zu lesen oder in das Haus Gottes zu gehen. Woran kann das liegen? Einerseits will man glauben, dass es etwas gibt, das nicht zu sehen oder hören ist, aber dennoch da ist und alles um uns herum irgendwie erklärt, andererseits will man sich aber nicht mit dem Branding Gott schmücken.

Vielleicht ist es so, dass viele einen Zugang zu Gott, jedoch nicht zur Kirche haben. Bekehrung von Eingeborenen, Hexenverbrennungen und Kreuzzüge prägten im negativen Sinne das Bild der Kirche der Vergangenheit und Zölibat oder Verurteilung von Gleichgeschlechtlichkeit jenes der Jetztzeit. Manch kirchliche Ansichten wirken verstaubt, stammen aus dem vorherigen Jahrhundert und ihnen würden einer Novellierung guttun.

Wenn jemand sich als gottesfürchtig bezeichnet, ist auch zu hinterfragen, woher dieses Bild stammt, sich vor Gott fürchten zu müssen. War es nicht auch so, dass früher die Kinder Furcht vor ihren Lehrern hatten und nun jeglichen Respekt vor ihnen verloren haben. Einem das Fürchten zu lehren dürfte wohl nicht dauerhaft die optimale Lösung zu sein.

Ich habe einmal ironisch festgestellt, dass sich die Kirche Gott mehr oder minder unter den Nagel gerissen hat. Denn wenn man das Wort Gott, also die Personisierung, weglässt und stattdessen das Wort Schöpfung verwendet, stoßen sich viele nicht mehr ab, das Wunder der Erde, der Natur und des Menschen, ohne jegliche religiöse Hintergründe zu sehen.

Und wenn jemand glaubt, er hat es nicht so mit Gott, vielleicht, da in der Familie jemand fast fanatisch im Beten und Kirchenbesuchen war, dann stellt sich oft heraus, dass es nicht Gott ist, mit dem man es nicht so hat, sondern eher die Kirche.

Ich konnte selbst die Erfahrung machen, als mir eine Freundin riet die Bücher von Neale Donald Walsch „Gespräche mit Gott“ zu lesen. Ich lehnte es immer wieder ab und sagte, dass ich keine Bibel lese und auch nicht in die Kirche gehe. Doch sie blieb beharrlich und so las ich irgendwann zumindest einmal die Rezensionen auf Amazon darüber. Erstaunt über die Bewertungen bestellte ich gleich alle drei Bände und las sie ruckzuck durch.

Ja, ich hatte den Glauben an Gott, an die universelle Schöpfung, mit der Kirche verwechselt. Gegen Gott hatte ich gar nichts einzusetzen, nur die Kirche sagte mir mit ihren Steinzeitrelikten und ihrer Frauenfeindlichkeit nicht zu. Die Bücher waren wie ein Entfernen von einem Schleier, der sich über mich vor Jahren gelegt hatte.

Man sagt zwar, dass glauben nicht zu wissen hieße, aber nichts gibt so viel Hoffnung als der Glaube. Und wer an sich selbst glauben darf, kann vielleicht eines Tages seinen Glauben in sein Wissen umwandeln.

 

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