Dieselbe Wellenlänge

Ich hatte eine Vision, dass ein Engel mit riesigen Flügeln, der aussah wie Jesus, mir seine Arme von hinten über mich und beide Hände über mein Herz legte.

Seine Brust lag auf meinem Rücken und ich konnte seinen Herzschlag spüren. Es war ein sanftes, dumpfes Pochen, dem sich mein Herzschlag langsam anpasste. Immer mehr begannen die beiden Herzen im selben Rhythmus zu schlagen, die Frequenz einander anzupassen, dieselbe Schwingung anzunehmen, auf derselben Wellenlänge zu schwingen.

Es herrschte absolute Harmonie. Zwei Herzen im Gleichklang.

Plötzlich verstand ich, was es bedeutet, auf derselben Wellenlänge zu sein. Zwei Herzen, die sich rhythmisch vereint haben. Wenn zwei Wellen die gleiche Frequenz haben und sich überlagern, werden sie eine.

Die Herzen werden eins. Sind verbunden. Können einander spüren.

Dieselbe Wellenlänge. Dieselbe Schwingung. Eine gemeinsame Melodie. Das Lied der Verbindung.

 

#wellenlänge #gleichewellenlänge #engel #flügel #nähe #geborgensein #fühlen #gefühl

Bin ich denn nicht gut, so wie ich bin?

Man hat gerade eine Ent-täuschung erlebt, ein Partner, den man anfangs anders wahrnahm, hat ein anderes Gesicht an den Tag gelegt. Möglicherweise war es immer da, doch man hat es einfach nicht gesehen oder wollte es unbewusst nicht sehen.

Die Gier nach Glück war so groß, dass man einfach wollte, dass man einander findet und liebt. Zu lange schon konnte man keine Nähe und Liebe zu jemand aufbauen und der Wunsch danach war permanent präsent. Doch gerade wenn man einen so innigen Wunsch nach etwas hat, dann blendet man vieles Offensichtliches aus. Man will sich unbewusst selbst belügen, nur um dem Glück nahe zu sein.

Unzählige Fragen hämmern dann in den Kopf hinein wie:

  • Bin ich denn nicht gut, so wie ich bin?
  • Kann man mich nicht lieben?
  • Bin ich nicht liebens-wert?
  • Warum will man mich nicht?
  • Warum will man nicht mit mir Nähe erleben?

Doch diese Fragen, die unglaublichen Schmerz verursachen, führen dazu, dass man plötzlich herausschreit:

Ich fühle mich wie als Kind, das nie von den Eltern gewollt wurde oder dem es zumindest nie gezeigt wurde, dass man es wollte und ich immer das Gefühl hatte, nicht gut zu sein, wie ich bin! Ich fühlte mich damals als Fehler. Doch ich bin KEIN Fehler! Ich bin gut, so wie ich bin! Warum gibt man mir immer noch das Gefühl einer zu sein?

Der Schmerz brachte jedoch auch eine unglaubliche Erkenntnis – dass hinter den Geschehnissen auch ein Thema aus der Kindheit steckt. Die Gewohnheit, nicht gewollt zu sein, dass man keine Nähe zu einem wollte, ein Muster aus alten Tagen.

Einmal herauszuschreien: ICH BIN KEIN FEHLER! hat unglaublich lange gedauert, denn es war einem nicht bewusst, wie tief und lange dieser Glaubenssatz im Verborgenen lag, der nun endlich an die Oberfläche kam, um erkannt und aufgelöst zu werden.

Wie oft suchen wir an uns Fehler, fragen uns, ob wir denn nicht gut genug wären, egal ob in Partnerschaft oder Beruf. Sollten wir nicht alle einfach mal laut schreien:

ICH BIN GUT, SO WIE ICH BIN!!!!

 

#gut #gutsein #ichbingut #ichbingutsowieichbin #fehler #ichbinkeinfehler #keinfehler #liebe #selbstliebe

Die Leere nach der Nähe

Man hat gerade die erste Liebesnacht mit jemanden verbracht, alles war vollkommen, doch dann überkommt einem eine unbeschreibliche Leere.

Noch ein paar Stunden zuvor hat man das Gegenübers gespürt, seine Haut gerochen, den feucht-warmen Atem wahrgenommen. Aus zwei Körpern wurde einer, der im Gleichklang schwingt. Eine Symbiose. Eins.

Doch wenn sich dann die Wege bis zum nächsten Treffen trennen, ist man anfangs noch voller Energie und Euphorie. Wie eine eingenommene Droge des Glücks, ein Duft der Seligkeit, der einem umhüllt.

Kaum zu erklären, warum dann von Stunde zu Stunde das Glück und die Seligkeit sich reduzieren und ein Gefühl des Mangels entsteht.

Der Gedanke an die Tage bis zum nächsten Wiedersehen, der nächsten Umarmung, des nächsten Einanderfühlens scheinen schier unendlich und dadurch steigt eine Trauer empor. Woher kommt diese Trauer? Diese Leere, die sich plötzlich uneingeladen im Körper ausweitet und einem einschnürt und die Luft nimmt. Und wird dieses Leere wieder schwinden? Oder von nun an die Begleiterin in den Tagen des Alleinseins sein?

Wie kann aus so viel Nähe und Gefühl so schnell wieder Leere werden? Ist die Gier nach dem Gegenüber zu stark? Kann man diese ungewollten Gefühle reduzieren oder gar zum Verschwinden bringen?

Hat man sich etwa verliebt, mehr als einem bewusst war und dadurch schon so eine Nähe entwickelt, dass die kleinste Trennung zum Schmerz wird?

Sich auf jemanden einlassen kann so viel Freude und Leid zugleich bringen. Doch wie unerträglich wäre es, um sich Leid zu ersparen, sich nicht hinzugeben, einzulassen. Warum die Gefühle bei manchen Menschen stärker sind wie bei anderen, wer weiß, ob es eine harmonierende Genetik ist, die einem unbewusst Signale sendet oder doch nur ein Zeichen der Dualität, die besagt, dass das eine nur vorhanden sein kann, wenn es auch das andere gibt.

Und gäbe es die Leere nicht, dann wüsste man wohl das Glück der Nähe und Fülle nicht zu schätzen.

 

#leere #leerenachnähe #nähe #fremd #dualität #trennung #schmerz

Wenn mir danach bedarf

Welch‘ Luxus ist es, etwas nur dann zu tun, wenn einem danach bedarf.

Nur zu arbeiten – wenn einem danach bedarf.

Nur Menschenmengen ausgesetzt zu sein – wenn einem danach bedarf.

Nur Auto zu fahren – wenn einem danach bedarf.

Hört sich doch simple an. Doch nur zu arbeiten, wenn man dazu Lust verspürt, das wird sich nicht jeder leisten können. Nur Menschenmengen, wenn man Lust auf Action hat, wird auch eine Herausforderung, denn wenn man z.B. Essen benötigt, dann wird man in ein Geschäft gehen müssen und das müssen andere auch. Und nur Auto zu fahren, wenn man will, wird auch an seine Grenzen stoßen, je nachdem, ob man in den Job mit dem Auto hinmuss oder irgendeine Verpflichtung hat, die Autofahren voraussetzt, da es keine öffentliche Verkehrsanbindung gibt.

Doch der Gedanke daran ist doch ziemlich reizvoll. Wie umsetzen?

Sollte man finanziell komplett unabhängig sein, dann wäre es denkbar, nur noch an jenen Tagen zu arbeiten, an denen es einem Spaß macht. Aber vielleicht sollte man das Denken ändern und sagen, ich mach nur noch das, was mir Spaß macht, wofür ich Talent habe oder wo ich mich entfalten kann, dann wäre es möglich, nur noch zu arbeiten, wenn es Spaß macht. Das Neue daran wäre, dass es einem plötzlich jeden Tag Spaß macht und man könnte erhobener Brust sagen, dass man nur noch arbeitet, wenn es einem danach bedarf, doch es bedarf einem fast täglich danach.

Und nur noch Menschenmengen ausgesetzt zu sein, wenn man Lust darauf hat? Auch hier könnte man die Einstellung dazu ändern. Wenn man nämlich nur noch Menschen trifft, mit denen es Spaß macht, dann wäre es doch angenehm. Oder überhaupt mit einer ganz anderen Einstellung in das überfüllte Geschäft zu gehen.

Und auch das Autofahren kann man ähnlich abhandeln. Wenn einem das Fahren per se nicht angenehm ist, dann kann man nach Optionen wie einer Fahrgemeinschaft Ausschau halten oder sich besser organisieren, damit man nicht sinnlose Kilometer fährt. Wenn man den überfüllten Straßen aus dem Weg gehen will, dann kann man eventuell mit einem Zeitmanagement Verbesserung anstreben. Und wem das tägliche Autofahren eine Qual ist, der sollte sich fragen, ob es vielleicht an der Zeit ist, etwas am Leben zu ändern, sodass man gar nicht mehr mobil ist und z.B. von zuhause aus arbeitet.

Ja, der Luxus nur noch etwas zu tun, wenn es einem danach bedarf, hört sich anfangs fast unmöglich an, aber bei näherer Betrachtung könnte es sein, dass man doch etwas findet, das einem diesem Luxus näher bringt.

 

#bedarf #danachbedürfen #dürfen #nichtmüssen

Wenn sie dann mal nicht begehrt wird

Eine attraktive Frau, die es gewohnt ist, dass sich alle nach ihr umdrehen und mit ihr anbandeln wollen, kann es gar nicht fassen, dass sie ausnahmsweise mal nicht heiß begehrt bei konkret einem Mann ist.

Normalerweise betritt sie einen Raum und diejenigen, die sie kennen, springen förmlich auf, um ihr rechts und links ein Küsschen zu geben und stolz damit zum Ausdruck zu bringen, dass sie das Objekt der Begierde kennen.

An einem Nachmittag war es wieder so, dass alle Männer ihr, und wenn nur kurz und unbemerkt, einen Blick zuwarfen. Der interessanteste Mann im Raum hatte sie natürlich auch erspäht und mit ihr Kontakt aufgenommen. Siegessiecher und erfreut, dass sie von all den Frauen erwählt wurde, fuhr sie heim und freute sich mächtig, dass es regelmäßigen Kontakt zum Auserkorenen gab. Doch plötzlich riss der Kontakt ab. Das Treffen hatte noch nicht stattgefunden, doch Funkstille. Auf ein weiteres Email ihrerseits kam nur eine kurze Antwort. Es musste wohl viel Stress bei ihm herrschen. Doch auch in den Folgetagen, kam nicht mehr. Und so wurden aus Tagen Wochen und es war schwer noch Gründe zu finden, warum der Prinz so plötzlich kein Interesse mehr kundtat, wo doch nur 15min Autofahrt einander trennten.

Womöglich, hat der Prinz auch andere Prinzessinnen wahrgenommen und dann diejenigen, die schon fast der Erinnerung entschwunden, vergessen. Ja, so hart es für die attraktive Frau war, dass sie ausnahmsweise nicht als Herzblatt ausgewählt wurde, so lehrreich war es dann auch wohl. Denn niemand kann immer die Nummer eins sein. Und Höhen und Tiefen sind Teile des Lebens. Erfahrungen, die noch nie gemacht wurden, sind oft mal schmerzhaft, doch auch notwendig.

So konnte sie zumindest einmal fühlen, was andere Frauen fühlen, wenn sie nicht auserwählt wurden. Denn wie würde sie mit dem Begriff der Ablehnung je in Berührung kommen können, wenn sie es nicht selbst einmal erlebt hätte.

 

#begehren #nichtbegehren #begehrenswert #ablehnung #mittelpunkt #ego

Dankbarkeit

Wie oft verstehen wir alles als selbstverständlich und verlernen dabei jegliche Dankbarkeit.

Zum Beispiel das Wetter. Wenn jeden Tag im Sommer die Sonne scheint, dann ist es absolut selbstverständlich und wir nehmen es als solches hin. Doch wehe das Wetter spielt uns einen Streich und das vielleicht sogar im Urlaub.

Oder, dass wir täglich zu essen haben. Erst wenn man nicht mehr in den täglichen Genuss kommt, wird einem jener Luxus, den viele der Erdbevölkerung gerne hätten, bewusst. Machen Sie mal 3 oder 6 Tage einen Fastenurlaub. Unglaublich wie stark das Verlangen nach Essen werden kann und wie dankbar man für einen simplen Apfel ist, der das Fasten wieder bricht.

Oder Wasser. Fließt es bei uns sauber und in Trinkqualität aus der Leitung und wird selbst zum Duschen und sogar Spülen der Toilette in Höchstqualität verschwendet, so kann ein Ausflug ohne Wasserreserven nach wenigen Stunden zum Albtraum mutieren.

Ja, die täglichen Dinge werden sooft als selbstverständlich genommen, dass es fast unglaublich scheint, dass die meisten Menschen der Erde dankbar wären, wenn sie regelmäßig Wasser und etwas zu essen hätten.

Allzu oft beschweren wir uns, wenn das Handy nicht mehr das neueste ist, der Computer mal hängt oder eine Tomate aus dem Körberl schimmlig geworden ist. Man nichts zum Anziehen im Kasten hat, die Haare wieder geschnitten gehören und der Tank des Autos schon wieder leer ist.

Nach einem Fastenaufenthalt habe ich mir angewöhnt, für jedes Essen auf dem Tisch kurz, nur eine Millisekunde, innezuhalten und dafür zu danken, dass ich zu essen habe. Wenn man bedenkt, dass über 800 Millionen Menschen täglich hungern, dann wird man fast demütig, dass wir nicht nur täglich zu essen haben, sondern auch über den Luxus der Essensauswahl verfügen, nicht nur essen, um satt zu werden, sondern auch um eine Befriedigung zu erlangen.

Ja, ab und an sollten wir alle etwas mehr Dankbarkeit empfinden und uns in Demut üben.

 

#dankbarkeit #danken #freuen

Das Glück des Teilens

Wenn wir als Kinder immer wieder ermahnt wurden, dass wir teilen sollen, dann bezog sich das zumeist auf materielle Sachen. Wenn Du z.B. eine Packung Waffeln hattest und Geschwister oder Freunde in Deiner Näher waren, solltest Du mit ihnen teilen.

Man sagt ja auch, dass diejenigen, die viel haben, mit denen teilen sollen, die wenig haben. Wer viel zu essen hat, sollte den Hungernden geben, wer viel Geld hat, sollte denen in Armut helfen.

Gewissermaßen sollte ja auch der Staat so allen geben, indem er denen, die viel verdienen, mehr an Steuern nimmt, als denjenigen, die wenig verdienen, um so all jenes, dass beiden dient, zu ermöglichen wie z.B. unsere Straßen oder Schulen.

Doch Teilen muss nicht immer materiell sein. Wie schön ist es, eine Erinnerung mit jemandem zu teilen. Wenn man über den wunderschönen Sonnenuntergang an der Riviera spricht und neben einem jemand sitzt, der dadurch auch wieder das wunderbare Bild der untergehenden Sonne zurückgerufen bekommt.

Oder das Teilen von Lachen. Zu ernst ist unsere Welt geworden und wie erfrischend ist es dann, mit jemand sein Lachen zu teilen und somit zwei lachende Gesichter zu verspüren.

Und nichts verdoppelt sich derart schnell, wie wenn man Glück teilt. Freude teilt. Liebe teilt.

Im Film „Into the wild“, der auf einer wahren Begebenheit beruht, begibt sich ein junger Mann auf Reisen. Nur mit einem Rucksack bepackt durchquert er die unterschiedlichsten Gegenden, mit dabei seine wichtigsten Bücher. Lange Zeit ist er komplett alleine und hat dann eine Art Eingebung „Happiness is only real when shared“ (Chris McCandless), also dass Glück oder Zufriedenheit nur dann echt oder wahrhaftig sind, wenn man es teilt.

Denn mal ehrlich, was ist der größte Erfolg, der nicht mit anderen geteilt werden kann, die schönste Aussicht, wenn nicht mit anderen wahrgenommen, das größte Glück, wenn nicht geteilt?

Das wahre Teilen ist daher nicht jenes von materiellen Gütern, sondern jenes, das einem nichts kostet aber unglaublich viel einbringt.

In diesem Sinne, teilen Sie Ihr Lächeln, teilen Sie Ihr Glück und machen Sie es so zu etwas Wahrhaftigem.

 

#teilen #glück #glückdesteilens #teildeinglück

Der weiße Raum

Ich sitze in einem vollkommenen weißen Raum

um mich nichts

absolut nichts

nur weiß

egal ob vorne, hinten, rechts, links, oben oder unten

nur weiß

ich bin orientierungslos

wie ein Schiff, das auf weiter See ist und nur das unendlich Meer um sich hat

der Kompass dreht sich im Kreis

wo bin ich?

ich irre umher

fühle mich völlig verloren

wo ist mein Weg?

ich habe den Weg aus den Augen verloren

habe kein Ziel mehr

keine Richtung vorgegeben

ist das das Ende?

ist das der Anfang?

ich weiß es nicht

keiner kann mir helfen

ich bin total auf mich selbst gestellt

weiß

alles nur weiß

was würde ich für etwas mehr Farbe tun

was würde ich für einen Weg tun

nur ein ganz kleiner Trampelpfad

irgendeine Richtung

überhaupt irgendwas

in diesem weißen Raum voll Nichts

 

#weiß #weißerraum #nichts #alles

Die Menschen ändern sich nicht?!

Das sagt man zumindest gerne. Einer der stiehlt, wird immer stehlen, einer der betrügt, wird immer betrügen, einer der untreu ist, wird es auch immer sein.

Doch ist es wirklich immer so?

Oder gibt es Gründe, dass jemand genauso etwas immer wieder tut? Und bei Änderung der Gründe, würde sich auch das Verhalten ändern?

Ich kenne eine Dame, die in jungen Jahren leicht rechts angehaucht war und dann 25 Jahre später eine aktive Linksaktivistin wurde. Mit ihren 14 oder 15 Jahren, wurde sie möglicherweise durch ihr Umfeld so stark geprägt, dass sie glaubte, sich anpassen zu müssen, um einerseits dazuzugehören und andererseits möglicherweise gar nicht nachdachte, was denn ihre eigene Meinung wäre.

Ein Bekannter erzählte früher gerne, dass er untreu sei, denn es gäbe so viele tolle „Angebote“, da könne er nur schwer nein sagen. Doch als dann eine Frau in sein Leben trat, in die er wirklich verliebt war, hatte sich das Bedürfnis nicht gezeigt. Ob es auf Dauer gut gegangen wäre, wer weiß. Zumindest brach er mit ihr alle seine Rekorde und konnte ganze 1 ½ Jahre treu sein und wenn es nicht auseinandergegangen wäre, womöglich wäre er es immer noch.

In einer Fernsehdoku war ein Bericht von einem Mann zu sehen, der die meiste Zeit seines Lebens straffällig war und im Knast absitze. Als er bei einer Prügelei im Knast schwer am Kopf verletzt wurde und dann nach einer Zeit im Koma wieder erwachte, war er geläutert worden. Er begann zu lesen und zu malen und als er wieder auf freien Fuß war, arbeitete er als Streetworker mit Jugendlichen, um sie von der Straße wegzubringen und ihnen die Kunst näher zu bringen.

Ja, Menschen können sich verändern. Es mag nicht häufig sein, doch es ist möglich.

Wenn ein Mensch eine Chance bekommt und sie zu ergreifen weiß, dann können radikale Veränderungen eintreten. Eine Chance, die jeder Mensch einem anderen geben kann, ihn nicht in einen Topf mit allen anderen zu geben, sondern neutral zu begegnen. Bedenken Sie, dass auch sie in ein Klischee gepresst werden können und dankbar sind, wenn Ihnen jemand wertfrei begegnet und Ihnen die Chance bietet, sich selbst ein Bild von Ihnen zu machen.

Denn Menschen können sich ändern. Und wir können unsere Einstellung ändern.

 

#menschen #ändern #änderung #veränderung #menschenkönnensichändern

Gott und Kirche ist nicht dasselbe

Glaubst Du an Gott? Wenn man diese Frage gestellt bekommt, dann werden einige sofort ja, andere sofort nein sagen und wieder andere ‘mal überlegen müssen.

Wenn man fragt, ob man regelmäßig in die Kirche geht, dann wird eher die ältere Generation regelmäßig im Haus Gottes präsent sein.

Wenn jemand an die Musik von Lady Gaga „glaubt“, dann kauft er wahrscheinlich ihre CDs oder MP3s und geht eventuell zu ihren Konzerten.

An Gott zu glauben bedeutet nicht, im Gegenteil zu einem momentanen Star, die Bücher Gottes zu lesen oder in das Haus Gottes zu gehen. Woran kann das liegen? Einerseits will man glauben, dass es etwas gibt, das nicht zu sehen oder hören ist, aber dennoch da ist und alles um uns herum irgendwie erklärt, andererseits will man sich aber nicht mit dem Branding Gott schmücken.

Vielleicht ist es so, dass viele einen Zugang zu Gott, jedoch nicht zur Kirche haben. Bekehrung von Eingeborenen, Hexenverbrennungen und Kreuzzüge prägten im negativen Sinne das Bild der Kirche der Vergangenheit und Zölibat oder Verurteilung von Gleichgeschlechtlichkeit jenes der Jetztzeit. Manch kirchliche Ansichten wirken verstaubt, stammen aus dem vorherigen Jahrhundert und ihnen würden einer Novellierung guttun.

Wenn jemand sich als gottesfürchtig bezeichnet, ist auch zu hinterfragen, woher dieses Bild stammt, sich vor Gott fürchten zu müssen. War es nicht auch so, dass früher die Kinder Furcht vor ihren Lehrern hatten und nun jeglichen Respekt vor ihnen verloren haben. Einem das Fürchten zu lehren dürfte wohl nicht dauerhaft die optimale Lösung zu sein.

Ich habe einmal ironisch festgestellt, dass sich die Kirche Gott mehr oder minder unter den Nagel gerissen hat. Denn wenn man das Wort Gott, also die Personisierung, weglässt und stattdessen das Wort Schöpfung verwendet, stoßen sich viele nicht mehr ab, das Wunder der Erde, der Natur und des Menschen, ohne jegliche religiöse Hintergründe zu sehen.

Und wenn jemand glaubt, er hat es nicht so mit Gott, vielleicht, da in der Familie jemand fast fanatisch im Beten und Kirchenbesuchen war, dann stellt sich oft heraus, dass es nicht Gott ist, mit dem man es nicht so hat, sondern eher die Kirche.

Ich konnte selbst die Erfahrung machen, als mir eine Freundin riet die Bücher von Neale Donald Walsch „Gespräche mit Gott“ zu lesen. Ich lehnte es immer wieder ab und sagte, dass ich keine Bibel lese und auch nicht in die Kirche gehe. Doch sie blieb beharrlich und so las ich irgendwann zumindest einmal die Rezensionen auf Amazon darüber. Erstaunt über die Bewertungen bestellte ich gleich alle drei Bände und las sie ruckzuck durch.

Ja, ich hatte den Glauben an Gott, an die universelle Schöpfung, mit der Kirche verwechselt. Gegen Gott hatte ich gar nichts einzusetzen, nur die Kirche sagte mir mit ihren Steinzeitrelikten und ihrer Frauenfeindlichkeit nicht zu. Die Bücher waren wie ein Entfernen von einem Schleier, der sich über mich vor Jahren gelegt hatte.

Man sagt zwar, dass glauben nicht zu wissen hieße, aber nichts gibt so viel Hoffnung als der Glaube. Und wer an sich selbst glauben darf, kann vielleicht eines Tages seinen Glauben in sein Wissen umwandeln.

 

#gott #glaube #glaubeangott #kirche #gottesglaube #wissen #schöpfung #allmächtigkeit